Rheinische Post, 01.09.2026, Wesel ( von Julia Marie Braun)

Leitungen zweier weiterführender Schulen aus Wesel berichten, wie der Wechsel auf eine neue Schule gelingen kann.

Mittwoch geht die Schule wieder los. Und für über 1000 Schülerinnen und Schüler beginnt dafür ein neuer Lebensabschnitt.

Wesel Mittwoch startet die Schule in NRW und für manche der Schülerinnen und Schüler beginnt nicht nur ein neues Halbjahr, sondern auch ein neuer Lebensabschnitt. Zum Beispiel für die Fünftklässler. In Wesel wechseln 577 Kinder auf eine weiterführende Schule, sagt die Stadt auf Anfrage. Patrick Moll, stellvertretender Leiter der Ida-Noddack-Gesamtschule, und Karen Schneider, Leiterin des Konrad-Duden-Gymnasiums in Wesel, berichten, worauf sich die Kinder freuen, wie der Start auch durch die Eltern gelingen kann und wieso Erziehungsberechtigte den Schulen vertrauen können.

Für Eltern sei wichtig, dass ihre Kinder gut ankommen, sagt Patrick Moll. „Dass sie wissen, wo sie hingehen“, meint er – und dass auch die Kinder selbst sich zurechtfänden. Denn für die Fünftklässler bedeutet der Schulstart eine neue Umgebung. Am Mittwoch werden die Eltern noch mit in die Schule kommen, und die Kinder kennen ihre Klassenkameraden und die Räume auch bereits ein wenig von Kennenlern-Nachmittagen und dem Schnupperunterricht. Das heißt, der erste Schritt ist gemacht. Eine Woche lang wolle die Schule einen sogenannten sanften Übergang gestalten. Dann solle der Unterricht nur beim Klassenlehrer stattfinden und es gebe auch eine Schulrallye, in der sie lernen: „Wo ist das Sekretariat, wo hat der Hausmeister sein Büro, wenn mal etwas verloren geht, wo ist das Lehrerzimmer? Damit das Kind auch nicht untergeht“, sagt der stellvertretende Schulleiter der Gesamtschule in der Weseler Innenstadt.

Grundsätzlich dürften Eltern den Schulen vertrauen, so Moll: „Ihr Kind ist in guten Händen.“ Das sei auch an anderen Schulen so. Etwa 105 Schülerinnen und Schüler werden in die fünfte Klasse der Ida-Noddack-Gesamtschule wechseln. Was Eltern ihren Kindern aber durchaus mitgeben dürften sei: „Optimismus.“

Karen Schneider, Schulleiterin des KDG, stimmt zu. Sie sagt: „Zuhören ist wichtig.“ Genauso sei es entscheidend, den Kindern zu vermitteln: „Hallo du, ich bin da.“ Dabei sollten sie den Kindern auch zeigen, dass sie auch Fehler machen dürften. Vor allem gehe es ums Loslassen. Der Schlüssel sei: „Vertrauen Sie uns“, so die Schulleiterin. Ein Problem sei, dass jeder Erfahrungen mit dem Thema Schule habe und manche ihre eigenen Erfahrungen – gute oder schlechte – auf das Kind übertragen. Das könne schaden. Ihr Team bestehe aus Vollprofis, „wir wissen, wie die Kinder ticken“, sagt sie. Dadurch könne man auch bestmöglich auf sie eingehen und für jedes Problem Lösungen finden.

Was Eltern falsch machen könnten, sei „aus diesem Trott aus Kindergarten und Grundschule nicht herauszukommen“, so Schneider. Wichtig sei, den Kindern etwas zuzutrauen und zu vertrauen, „dass sie ihren eigenen Weg gehen werden“. Dabei könnten sie sich entfalten und ein „selbstbewusster Mensch werden“. Am Mittwoch werden die Kinder in der Schule begrüßt „und in die Gemeinschaft aufgenommen“, betont sie. Neben Karen Schneider werde auch die Schulsprecherin ihr Wort an die neuen fünften Klassen richten. Knapp 150 Schülerinnen und Schüler kommen am Mittwoch in die fünfte Klasse des KDG.

Insgesamt beginnt für knapp 1160 Schülerinnen und Schüler am Mittwoch ein neuer Lebensabschnitt. Darunter sind auch etwa 570 I-Dötzchen.